Über die Geschichte Schottlands    

 

Bereits aus dem Jahr 6.000 v. Chr. gibt es archäologische Funde, die eine Besiedelung des nördlichen Teils der britischen Insel belegen. Früheste Einwohner sind Fischer und Jäger, später auch Bauern.

Die Römer versuchen ab 82 n. Chr. mehrmals, die Region des heutigen Schottland zu besetzen. Eine dauerhafte Beherrschung des Gebietes blieb ihnen aber verwehrt. Daher beschloss im Jahr 122 n. Chr. Publius Aelius Hadrianus den Bau einer Grenzbefestigung in Britannien, den sogenannten Hadrianswall. Das von Legionären errichtete Bauwerk erreichte während einer Bauzeit von ca. 6 Jahren (122 – 128 n. Chr.) eine Länge von rund 117 km und verlief von Segedunum (Wallsend) bis Maia bzw. zwischen den Mündungen von Tyne und Solway. Man spricht aber immer noch von „Britannien“.

Der Name Schottland entsteht durch den Volksstamm der Skoten. Diese irischen Kelten landeten im Jahre 503 an der schottischen Westküste. Deren späterer König, Kenneth MacAlpin (Cinead mac Alpin = altgälisch), vereinigte 843 sein Königreich Dalriada mit dem der Pikten zum neuen Königreich Alba und das Land der Skoten (Scots) wurde zu „Scotland“. Bis zum Jahr 1057, als Macbeth von Malcolm III getötet wird, dauerte die Herrschaft der Kelten.

Im Jahr 1296 wird Schottland vom englischen König Edward I annektiert. Die Annexion dauerte aber nur kurz, denn im Jahr 1314 besiegen die Schotten unter Robert The Bruce das englische Heer unter Edward II. Diese Schlacht bei Bannockburn ging in die Geschichte ein, da die Engländer fast drei mal soviel Soldaten in den Kampf schickten als die Schotten. Der Sieg machte Schottland wieder unabhängig und es entstand ein eigenes Königreich unter Robert I.

Rund drei Jahrhunderte später, nämlich 1603, wird der schottische König Jakob VI. König von England als James I. Als Sohn von Maria Stuart übernahm er damit das Zepter der Königreiche England und Schottland. Mit der Inthronisierung begann die Herrschaft der Stuarts in England; der letzte englische Stuart-König war James II, der 1688 in der „Glorious
Revolution“ gestürzt wurde.

1707 wurde mit dem „Act of Union“ eine gesetzlich verankerte Grundlage geschaffen, die die Vereinigung Englands und Schottlands zum Königreich Großbritannien ermöglichte. Während die Schotten vor allem wirtschaftlich profitierten, bedeutete der Zusammenschluß für England politisch eine Entspannung. England setzte in beiden Ländern die protestantische Erbfolgeregelung durch und die Auld Alliance, das alte Bündnis zwischen Schottland und Frankreich, war von nun an kein Thema mehr. Auch die britische Fahne, der „Union Jack“, entstammt dem Act of Union.

Der letzte Aufstand gegen die englische Herrschaft endete mit der Schlacht bei Culloden am 16. April 1746. Prinz Charles Edward Stuart („Bonnie Prince Charlie“) liegt mit seiner ausgemergelten, rund 5.000 Mann zählenden Armee am Culloden Moor bei Inverness. Ihm gegenüber stehen fast 9.000 Infanteristen und Kavalleristen des Herzogs von Cumberland. Nach einem Angriff der Schotten schlugen die Engländer, zahlenmäßig überlegen und unter Einsatz schweren Artilleriefeuers, den Gegner zurück. Die schottische Armee löste sich auf und Prinz Charles flüchtete nach Frankreich. Als Konsequenz aus dem Aufstand wurden alle Clans entwaffnet. Das schottische Clan-System wurde zerschlagen und schottische Traditionen wie Tartans, Kilt und Dudelsack verboten (wer diese Geschichte musikalisch erzählt haben möchte, findet das ganz grandios bei Makem and Clancy). 

Erst 1997 ist es wieder soweit: Das schottische Volk stimmt für ein eigenes Parlament, welches mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreiches ausgestattet ist. 1999 wählen die Schotten dann dieses Parlament, das die Angelegenheiten Schottlands (Innenpolitik, Einkommensteuern) regeln kann.

Zum Abschluß noch ein paar “schottische” Zahlen und Fakten:

·    Schottland nimmt eine Fläche von 77.080 qkm ein, das ist ca. 1/3 der Gesamtfläche Großbritanniens

·    Ca. 5,1 Mio. Einwohner bevölkern das Land

·    Das im Norden Großbritanniens gelegene Land besteht aus dem “Festland” sowie drei Inselgruppen: 

     Den Orkneys im Norden, den Shetlandinseln im Norden (nordöstlich der Orkneys) und den inneren und äußeren

     Hebriden im Westen

·    Schottland ist in die drei Regionen Lowlands, Highlands und Southern Uplands aufgeteilt

·    Höchster Berg ist der bei Fort William im Westen gelegene Ben Nevis (4,406 feet high, das sind 1.343 Meter)

·    Sitz des schottischen Parlaments ist in Edinburgh

·    Und damit der Single Malt nicht außen vor bleibt: Die südlichste Distillery Schottlands ist  Bladnoch bei Wigtown 

     (südwestliche Lowlands), die nördlichste Highland Park in Kirkwall (auf den Orkneys). Highland Park ist im

     Übrigen auch die nördlichste Scotch Whisky-Distillery der Welt!



This is my country,

The land that begat me,
These windy spaces
Are surely my own.
And those who toil here
In the sweat of their faces
Are flesh of my flesh
And bone of my bone.

Sir Alexander Gray 1882 - 1968